Filmdreh im Stadtarchiv Aachen

Die EGZ-KB-Gruppe „Stadtarchiv“ war am Freitag zu Dreharbeiten im Aachener Stadtarchiv in der ehemaligen Nadelfabrik am Reichsweg.

Aufgenommen wurden typische Szenen und aktuelle Arbeiten zum Projekt „Migration in Aachen“, an dem die Gruppe seit Beginn des Schuljahres arbeitet.

Dieses Projekt gewann beim Wettbewerb „Kooperation.konkret“ des Landes NRW den ersten Preis. Ausgezeichnet werden Schulen und kommunale Bildungseinrichtungen mit besonders kreativen und nachhaltigen Kooperationsideen. Der Preis ist mit 1000,-€ dotiert, die in ein künstlerisches Projekt fließen, das im Juni an unserer Schule mit Sebastian Schmidt, Leiter des „Kunstwerkstattmobils“, umgesetzt wird.

Für die Preisverleihung am 13. Oktober beim Bildungspartnerkongress in Essen wurde die Arbeit der Gruppe nun filmisch dokumentiert.

Unter Leitung von Frau Tiedeken (Stadtarchiv) und Frau Vockrodt (LHR) forschen die Schülerinnen und Schüler in der Migrationsgeschichte der Stadt Aachen und in der ihrer eigenen Familien. Auch die aktuelle Flüchtlingswelle und ihre Auswirkungen auf die Betroffenen und die Stadt insgesamt werden genauer untersucht.

Neben allgemeinen Begriffsbestimmungen („Was ist Migration?“, „Historische Entwicklung von Migration“) und der Bearbeitung von Archivalien wurden thematische Zugänge geschaffen durch den Besuch von Ausstellungen („Migration in Aachen“) und weiteren außerschulischen Lernorten wie dem Grashaus in Aachen (Bestandteil der Aachener Route Charlemagne), wo die Schülerinnen und Schüler das Modul „Migration“ multimedial aufbereiteten. Bedeutsam im Hinblick auf die aktuelle Flüchtlingssituation waren Interviews mit Mitarbeitern des Kommunalen Integrationszentrums, mit Sozialarbeitern der Stadt Aachen, mit der Lehrerin einer internationalen Flüchtlingsklasse sowie einem jungen Flüchtling. Dokumentarfilme über junge Flüchtlinge in Aachen, eine Fotopräsentation des inzwischen geräumten Flüchtlingslagers von Calais/Nordfrankreich und der Besuch eines Theaterprojekts von Schülerinnen der Luise-Hensel-Schule und jungen Flüchtlingen runden das Erfahrungsspektrum ab.

Das Projekt soll die Auseinandersetzung mit Motiven und Ursachen von Migration fördern. Festgestellt wurde, dass Migration bei fast allen Teil der eigenen Lebenswelt ist. Viele Schüler und Schülerinnen setzen sich erstmalig intensiv mit diesem Aspekt ihrer Geschichte auseinander. Die Erkenntnis, dass Migration den Normalfall darstellt, ist sicherlich eine Essenz dieses Projektes, eine andere ist die Auseinandersetzung damit, was es für die Betroffenen heißt, ihre Heimat und Kultur zu verlassen, sei es der eigene Großvater oder ein Gleichaltriger im Zuge der aktuellen Flüchtlingskrise.

Für unsere Schule ist das Stadtarchiv der Stadt Aachen zu einem wertvollen Kooperationspartner geworden. Die Zusammenarbeit ist durch Offenheit, Flexibilität und hohe Motivation geprägt. Die Schülerinnen und Schüler erfahren, dass ein Stadtarchiv keine verstaubte Location mit langweiligen Dokumenten ist, sondern ein modernes Haus mit vielfältigen Archivalien, die man auch anfassen darf und die spannende Geschichten enthalten.

Ulrike Haines, Ilka Vockrodt